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Stephanie Grebe gewinnt erste Paralympische Medaille. Im Finale verloren, aber Silber gewonnen

Mittwoch 14. September 2016 von Ernst Weinmann

Stephanie Grebe hat im zweiten Anlauf paralympisches Silber in der Wettkampfklasse 6 gewonnen. Im Finale unterlag sie der Kroatin Paovic zwar klar, doch die Freude über den zweiten Platz überwog nach ein paar Minuten: Die 28-Jährige hatte sich in London noch mit dem vierten Platz begnügen müssen, nun gewann sie die ersehnte Medaille.

„Leider konnte ich heute im Finale nicht das auf den Tisch bringen, was ich wollte. Besonders meine Rückhand kam heute nicht gut. Aber es ist ok, Sandra ist einfach sehr stark und ich freue mich jetzt total über meine Silbermedaille,“ erkennt Grebe nach dem Match die Leistung ihrer Gegnerin an. Leichte Enttäuschung über die Höhe der Final-Niederlage war aber dennoch zu erkennen, die Spielerin von Borussia Düsseldorf hatte sich viel vorgenommen. Ihre Gegnerin Paovic hatte vor einem tragischen Autounfall Anfang 2009 im Nichtbehindertensport für die kroatische Nationalmannschaft gespielt. Nun spielt sie zwar im Stehen, kann sich am Tisch jedoch so gut wie gar nicht bewegen. Grebe erklärt die Überlegenheit der amtierenden Welt- und Europameisterin so: „Sie hat die Sicherheit, die Cleverness und weiß ganz genau, wie sie vermeiden kann, dass die Gegner ihre Schwächen zu sehr ausnutzen. Zudem hat sie auch noch unglaubliches Ballgefühl.“

Grebe zog mit Siegen über die Nummern 2, 6 und 7 der Welt in das Finale ein und begeisterte das brasilianische Publikum während des Turnier ein ums andere Mal mit spektakulären Punktgewinnen. Nach dem Gewinn der Silbermedaille richtet sie ihren Blick direkt wieder nach vorne: „Ich werde heute Abend natürlich im Deutschen Haus vorbeischauen, aber nicht zu lange – denn morgen steht ja bereits das Team-Viertelfinale mit Jule (Wolf) gegen die Brasilianerinnen an. Gefeiert wird dann danach.“

Mit Grebes Silbermedaille hat die Para-Tischtennis-Nationalmannschaft insgesamt dreimal Silber im Einzelwettbewerb gewonnen. Bundestrainer Ziegler zieht vor Start des Teamwettbewerbs ein positives Zwischenfazit: „Nachdem unsere beiden Titelverteidiger in der Gruppe ausgeschieden sind, haben andere die deutsche Fahne hier hochgehalten. Wir hatten drei Final-Einzüge und noch zwei weitere Medaillenchancen, damit können wir sehr zufrieden sein – auch wenn uns der Griff nach Gold dieses Mal verwehrt blieb.

Im Morgen beginnenden Team-Wettbewerb haben die deutschen Tischtennisspieler mit vier Teams erneut Medaillenchancen.

Alle Ansetzungen im Detail finden Sie auf der offiziellen Website der Paralympics unter https://www.rio2016.com/en/paralympics/table-tennis.

Grebes‘ Weg zu Silber:
Gruppe:
Grebe vs. Lytovchenko (UKR) 3:1 (11:8, 7:11, 11:6, 11:7)
Grebe vs. Marszal (POL) 3:1 (11:8, 4:11, 11:9, 11:9)
HF: Grebe vs. Khodzynska (UKR) 3:2 (11:8, 12:10, 11:8, 4:11, 11:9)
F: Grebe vs. Paovic (CRO) 0:3 (2:11, 7:11, 4:11)

Text: Sonja Scholten
Foto. Ralf Kuckuck/DBS

BARRA - RIOCENTRO 3, BRASILIEN - SEPTEMBER 13 Steffi Grebe spielt im Finale gegen Santo Paovic aus Kroatien. Credit: Ralf Kuckuck

Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 14. September 2016 um 21:25 und abgelegt unter News, Paralympics.

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